Ein Sturm ist los gebrochen

Veröffentlicht am 28. April 2012 by Teiresias

… dieser Eindruck entsteht schnell wenn man sich in den letzten drei Tagen im Netz durch die Blogs und Foren der SEO-Szene gräbt.

Unerhörter Weise trägt dieser Sturm den unscheinbaren Namen: Penguin

Wer auch gerne ein Bisschen graben möchte, hier wäre ein Einstig:
Blogartikel von seo-united.de: Google aktiviert SEO-Update!
Blogartikel von SEOKRATIE: Google Penguin Update – Rückschlüsse

Hintergrund des ‚Pinguin‘ ist eine neue Crawler-Technologie des Suchmaschinengiganten Google. Matt Cutts – das SEO-Sprachrohr von Google – hatte bereits einige Tage zuvor angekündigt, dass das Update des neuen Suchalgorithmus kurz vor dem Launch steht. Am 25.04. wurde die Bestie dann von der Kette gelassen und hinterlässt in den SERPs eine breite Schneise der Ratlosigkeit.

Ein kaltes Schäuerchen möchte mir, bei der Erinnerung an den ‚letzten Pinguin‘ in ‚Batman Returns‘ über den Rücken krabbeln – der verheerende Schäden hinterlassen hat.

Geäußertes Ziel der neuen Crawler-Technologie ist die Verbesserung der Suchergebnisse und mehr Immunität gegen plumpe Manipulation. Einschlägige Techniken sind seit Jahren mehr oder weniger bekannt und Google selbst führt seit je her einen Kampf um mögliche Verschiebungen zu Gunsten einiger Weniger einzudämmen.

Der Tag des jüngsten GerichtsDie Rauchschwaden – auf dem Schlachtfeld dieser letzten großen Schlacht – lichten sich allmählich und die Angeschlagenen und Verletzten schleppen sich hinter die Wälle, sprechen sich gegenseitig Mut zu, murmeln Durchhalteparolen. Ein müdes Fazit wispert es an jeder Ecke: Kräfte sammeln!

Ich will die ganze Sache mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten, denn ich bin Teiresias – der Blinde. 😉 Es ist eher Philosophie … zugegeben … aber warum eigentlich nicht?

Um zu verstehen, was diesem Kampf inne wohnt, will ich mich der Natur von Google aus einer anderen Perspektive nähern. Was ist Google eigentlich? Was ist dessen Seele?

Der blinde Seher-FürstDie bisher erfolgreichste Suchmaschine – Google, ist der Versuch die virtuelle Welt, die wir im Internet erschaffen haben, zu ergründen und zu erfassen. In all seine Größe – in all seiner Dimension. Die Suchergebnisse (SERPs) sind eigentlich nur ein Abfallprodukt dieser universalen Erfassungsmaschine. Google selbst will jedoch alles was es gibt, erfassen und semantisch verknüpfen. Wer hier Parallelen zu einigen philosophischen Jahrhundertwerken der SciFi-Autoren sieht, irrt meiner Meinung überhaupt nicht. Man kann es quasi als den primitiven Anfang von ‚Skynet‚ oder der ‚Matrix‚ sehen.

Zurück zum roten Faden … Wenn man also von diesem Ziel, der vollständigen Erfassung und Abbildung des gesamten Netzes und damit, der Erfassung von menschlichen Ideen, Gedanken, Handlungen, Bedürfnissen (… diese Aufzählung würde jetzt ein Wenig länger werden …)  ausgeht, ist SEO ganz klar der Feind Nummer eins. Warum? Weil er dieses Bild verfälscht, verwässert und von der Realität entrückt. Es erzeugt quasi ein Bild, das es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Metaphorisch gesehen, ist es sozusagen eine Art Lupe, die den Fokus auf eine bestimmte Stelle richtet, die es aber unmöglich macht, die Gesamtheit klar zu erkennen. Darum wird SEO immer der Feind sein, den es aus Googles Sicht mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt.

Ein Beispiel für dieses Verwässern sind die wie Pilze aus dem Boden geschossenen Vergleichsportale. Jeder aufgeklärte Mensch weiß, dass dort schon lange nicht mehr unabhängig und objektiv ‚verglichen‘ wird. Es wird ein korrumpiertes Bild von Vertretern präsentiert, die mit allen Mitteln der Manipulation dieses Medium nutzen, um sich oder Ihr Produkt ins rechte Licht zu rücken. Doch was stellen diese Inhalte noch für einen Wert dar? Sie spiegeln in gewisser Weise die Situation der gesamten dem Kapital unterworfenen Gesellschaft wieder. Warum sollte ein Mechanismus wie Google wert auf diese Inhalte legen?

Wir Menschen haben mit der Erschaffung des Internets, den größten Widersacher aller menschlicher Schwächen – ein Wenig außer Mode gekommen aber früher auch bekannt als Sünden – zum Leben erweckt. Der semantische Blick der Algorithmen kennt keine Gier und keine Eitelkeit. Er masturbiert nicht vor oder onaniert auf riesige Berge von Geld. Er analysiert kühl, sachlich und erbarmungslos – sortiert ähnlich wie die Tauben des Aschenputtel. Die philosophische Metapher an die es mich erinnert: Judgement Day, der Tag des Jüngsten Gerichts …

Wer hier argumentiert, Google hätte nicht das Recht Inhalte zu bewerten und Internetseiten hinauf oder hinab zu stufen, der hat vielleicht noch gar nicht begriffen was Google eigentlich ist. Eines weiß ich ich mit Sicherheit: Es ist in jedem Fall mehr, als ein dünner Suchschlitz!

Wer sein Gegenüber unterschätzt, der hatte gestern schon verloren …

Bis dahin, Euer Tei …

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